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Alimente und Unterhalt

Kinderhände und Bunstifte

Ich verdiene nun durch Kurzarbeit bzw. Arbeitslosigkeit weniger. Darf ich meine Unterhaltszahlungen für meine Kinder aussetzen bzw. reduzieren?

Kinder haben, solange sie nicht selbsterhaltungsfähig sind, Anspruch auf Unterhalt, zu dem beide Elternteile je nach ihrer Leistungsfähigkeit beizutragen haben. Die Verpflichtung zur Leistung des Kindesunterhaltes besteht auch während der Coronakrise. Hat sich aber die Einkommenssituation beim Unterhaltsverpflichteten unverschuldet verschlechtert (z.B. durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit ), könnte eine Herabsetzung des Unterhaltes gerechtfertigt sein.

Sinnvoll wäre es, mit dem anderen Elternteil eine außergerichtliche Vereinbarung für diese Zeit zu treffen. Wenn dies nicht gelingt, kann der Unterhaltsverpflichtete einen Herabsetzungsantrag beim zuständigen Bezirksgericht stellen.

 

Mein Exmann/meine Exfrau zahlt nun wegen der Coronakrise weniger bzw. keinen Unterhalt für die Kinder. Darf er/sie das tun? Was kann ich dagegen tun?

Der Unterhaltsanspruch bleibt auch während der Coronakrise bestehen. Aufgrund einer unverschuldeten Einkommensreduktion könnte jedoch eine Reduzierung des Unterhaltes gerechtfertigt sein. Eine außergerichtliche schriftliche Einigung für die Zeit der Einkommensreduktion wäre sinnvoll. Gelingt keine Einigung, muss das Gericht über Antrag den Unterhalt festsetzen.


Wie komme ich für meine Kinder zu einem Unterhaltsvorschuss?

Der Unterhaltsvorschuss kann in der Coronakrise einfacher bezogen werden. Grundsätzlich wird ein Vorschuss nur dann gewährt, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind. Es muss ein gerichtlicher Beschluss bzw. Vergleich vorliegen, der Verpflichtete muss in Verzug sein und ein Exekutionsantrag muss vorliegen. Da die Voraussetzung eines Exekutionsantrages derzeit wegfällt, wird das Verfahren massiv beschleunigt.